Ideenjonglieren im Alltag
"Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky)


Freitag, Februar 14, 2003  

14.02.03
Wie es in den Wald hineinschallt so schallt es hinaus
Es gibt ja wirklich unfreundliche Menschen. Schon wieder meckert der Sachbearbeiter im Arbeitsamt mit mir. Dabei kann ich nun wirklich nichts dafür wenn mein Termin in Berlin platzt bzw. verschoben wird.
Die Logik des Arbeitsamtes: ich muß mir eine Standpauke anhören, warum ich erst um viertel vor 12 komme. „Weil draußen auf dem Plakat steht, Namen von P-Z bitte zwischen 11 und 12 vorsprechen.“ Das bedeute aber da bei derart komplizierten bürokratischen Vorgängen wie ein nicht benutztes Bahnticket zurückzubuchen und für den gleichen Zeitraum ein neues zu beantragen mindestens zwei Unterschriften nötig sind, die der völlig überlastete Beamte, der – nebenbei - verdammt nochmal froh sein soll, daß er überhaupt einen Job hat – daß dieser Vorgang mit einer halben Stunde Zeitaufwand zu berechnen wäre, das müsse ich ja schließlich auch bedenken. Außer dem sei ja Freitags um die Zeit sowieso keiner mehr im Haus, der diese Unterschriften leisten könne. Hä? In meinem Hinterkopf wütete es, aber zum Glück habe ich es irgendwie drauf, die Situation zu entschärfen. Was bleibt mir auch anderes übrig? Ich habe keine Lust mich zu ärgern. Ich tu es zwar, aber wieso sollte ich meinem ersten Impuls nachgeben zurückzumeckern? Würde die Lage nur unnötig verkomplizieren. Also sage ich ruhig: „Das ist doch der identische Vorgang, nur um eine Woche verschoben. Was sollte dagegen sprechen? Das dürfen Sie doch sicher selbst entscheiden.“ Dabei setze ich mein freundlichstes Lächeln auf und – sieh an – es geht! „Lassen Sie sich nicht stressen; Sie haben doch gleich Feierabend“ zwinkere ich ihm fast flirtend zu und – oh wunder – er lächelt! Mit der Fahrkarte nach Berlin – ausnahmsweise ausgestellt über 4 Tage (bei identischen Kosten für zwei Tage, sogar spart das Arbeitsamt meine Übernahctungskosten in einem Hotel, weil ich privat übernachten kann!) und tief durchatmend verlasse ich die wohl verknöcherteste Behörde gleich nach dem Finanzamt.

Apropos Finanzamt; ich muß dringend meinen Finanzkram erledigen.
War heute in der Stadtbibliothek. Mal wieder Säumnisgebührern bezahlt. Ich lern das nie! Dafür ganz ganz tolle Bücher ausgeliehen, diese Bibliothek ist einfach die genialste die ich kenne; sie haben immer wieder was Neues:
Christian Mikunda: Der verbotene Ort. (wie konnte ich den bisher übersehen haben!)
Ein höchst interessantes Buch über Werbung, unter anderem mit Beiträgen von Dieter Herbst.
Das Buch über Unternehmenstheater, welches ich schon längt mal haben wollte und dann mehrere Romane:
„Gleissendes Glück“ von A.L. Kennedy; ist mir von mehreren Bekannten schon empfohlen worden.
„Die heimliche Geliebte“ von Haruki Murakami


Muß heute noch dringend eine Bewerbung fertigmachen für eine weitere höchst interessante Stelle, allerdings in einer Stadt, die mir nicht so ad hoc zusagen würde. Und die zum Teil Anforderungen haben, die ich nicht erfülle: ich bin keine promovierte Kunstwissenschaftlerin ... allerdings bei den Tätigkeitsbeschreibungen muß ich jedesmal nicken. Das wäre höchst spannen(d) ...

Heute abend möchte ich eigentlich mir ein Stück Theater anschauen, wo ich eventuell selber was inszenieren möchte in der Truppe. Wenn ich in einer Stunde meine Bewerbung fertigkriege, dann mache ich das. Auch mein Portfolio müßte ich noch dringend mit neuen Arbeiten ergänzen!


posted by Catherine | 2/14/2003 03:15:00 PM
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