| Ideenjonglieren im Alltag "Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky) |
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Mittwoch, Februar 05, 2003 Überraschung am Dienstag Wie schön sich überraschen zu lassen. Wie inspirierend sich austauschen. Wie beneidenswert, wenn du das täglich hast. Wie gefährlich sich einzubilden, diese erste Begegnung sei etwas besonderes gewesen. Ich rechnete damit einen spießig aussehenden Beamtentypen zu treffen, leicht dicklich, dem man das normalerweise auf der Nase festgewachsene Kassengestell ansieht. Ich fragte ob schwarzer Existentialistenrolli oder Spießerstrickpulli mit Bündchen und du sagtest keines von beiden. Das knipste das Bild erst mal aus. Du schriebest Kette aber keine Goldkette. Daß es ein alternatives Lederbändchen war und überhaupt daß du so angenehm anzuschauen bist damit hätte ich nie gerechnet. Nie. Wie überraschend. Wie oberflächlich das als erste Festellung, wie? *schmunzel ... aber daß wir uns länger unterhalten könnten war mir unabhängig davon von vorneherein klar, ich hab mich in jedem Fall auf den Abend gefreut - daß es aber keinerlei verlegene Stillen gab damit habe ich auch nicht gerechnet. Daß du soviel lachst. So ein hintergründiger Witz manchmal. Du hast schöne Hände – klar Gitarisstenhände. Du erklärst deine wunderbare Offenheit damit, daß du das immer bist, bei Leuten, die du nicht kennst. Dabei habe ich das Gefühl dich zu kennen und auf einem tieferen Niveau als du ahnst zu verstehen. Gefährlich, I know. Du sollst dir kein Bild machen ... Ich bin jedenfalls selten so differenziert offen bei einem ersten Treffen. So natürlich. So arglos war ich zwar auch bei Mirko, allerdings fühlte ich mich ihm weit überlegen, fachlich. Wie fasziniert er mir zuhörte, ich habe eine niedrige Schmerzgrenze bei Anhimmelei. *lachendsichgrusel ... Bei Mark war ich auch offen, doch wenn man damit ausschließlich auf Verlegenheit stößt, dann geht die Energie der Kommunikation drauf aufs Klippenumschiffen. Anstrengend. Dennoch interessant und wertvoll. Nicht daß ich einem schüchternen Menschen keine Chance geben würde, ich kannte das ja von früher bei mir. Ich wappnete mich 80% Motivatorin sein zu müssen und es floß einfach – sehr angenehm ohne Anstrengung. Language WAS liquid indeed. Ich ahne bei dir sehr viele Inspirationspunkte. Und genau diese Ahnung ist das Schöne. Ich glaube wir haben eine große Schnittmenge. Genau richtig. Viel gemeinsam, viel noch zu entdecken, was du und ich gleich gut finden könnten. Potential. Unaufregend Spannend. Du bist auch interdisziplinär. In der Wissenschaft wie im Leben. Im Denken wie im Lieben. Diese Selbstverständlichkeit mit der du sagtest, daß du auch einen Mann lieben könntest, wenn dir einer begenen würde, den du lieben würdest. Daß du in Netzen denkst. Wachsend. Wuchernd. Rhinzomatic. Faszinierend. Ich wünsche mir daß diese erste Phase des Kennenlernens, in der du, wie du freimütig sagst sehr offen bist, nicht so schnell endet. Dich kann keine Frage schockieren. Du bist offen für alles, das ahne ich. Das möchte ich entdecken. Deine Begeisterung kann Funken zünden. Hat sie vielleicht schon. Ich bin nicht leicht zu entzünden. Ich weiß, wenn du das erfahren würdest bekämest du Angst. Aber es liegt in MEINER Verantwortung mich entzünden zu lassen und Reibefläche zu bieten. Ich entscheide mich dafür. Und was dann passiert ist ja noch alles offen. Ich muß meine Motivation irgendwas zu tun wiederfinden und das genaue WAS, dazu muß ich mich selber schubsen, auch klar. Ich möchte die zweite Phase mit dir, die Verschlossenheit, so wenn es denn sein muß – so kurz wie möglich halten. Ahne daß du vielleicht jemand sein könntest, der von „zwei Schritten vor“ einen spontan stolpert und den dann wieder mindestens zurückweicht, zuklappt wie eine Auster. Bei vielem weiß ich wovon du redest. I understand. Wie vermessen. Anyway: Ich ahne heute habe ich einen sehr besonderen Menschen getroffen. Ein Mensch, der mich inspirieren könnte, den ich inspirieren könnte – ob letzteres auch nicht zu vermessen ist? Ob das stimmen wird, wird sich zeigen. Ich lebe im jetzt without speculations. Die erschütternde Erkenntnis des Abends: mir fehlt ein naher Inspirator. Du bist zu beneiden. Du hast ihn. Und: du hast mich zu der Erkenntnis gebracht. Danke. Der, der das Online-Diary führt, der unsichere, ewig Zweifelnde hat mit dem im Cafe nur wenig gemeinsam. Er verhält sich wie Charles Schulz zu Snoopy. Ich ahne, daß es den Protagonisten des Diary dennoch gibt. Auch schön. Mehrdimensionale Menschen werden jedenfalls nicht so schnell langweilig. Da ich mich wahrscheinlich potentiell schnell langweilen würde muß ich mich mit so vielen Dingen beschäftigen und wenn es nur gedanklich oder Lektüre ist. Und da ich das tue wird mir eben nie langweilig. ICH, Ich würde meiner Unsicherheit online nicht meinen Vornamen und Nachnamen geben. Sonst läuft man Gefahr sich selber zu glauben. J posted by Catherine | 2/05/2003 11:14:00 AM
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