| Ideenjonglieren im Alltag "Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky) |
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Sonntag, Februar 02, 2003 Gedanken über Freundschaft nach einem Höhreraufknalltelefonat Freundschaft bedeutet für mich auch Verständnishaben. Und wo es nicht direkt da ist, es zu (ver)suchen. Freundschaft bedeutet für mich auch Unterstützen. Unterstützen bedeutet für mich Ehrlichkeit, Offenheit und sich auch mal gehen lassen können. Freundschaft zeigt sich nicht nur in Worten. Worte sind frei. Sollen frei fliegen können. Eingebettet in Respekt. Freundschaft zeigt sich vor allem in Taten. Unterstützung bedeutet nicht, daß ich jemandem stets nach dem Mund rede. Du bist der einzige Mensch mit dem ich so auf diese Weise aneinandergerate. Ich kam mir vor, als hätte ich an einer Reibefläche eines Streichholzbriefchens gerieben und übersehen, daß da eine Zündschnur dranhängt, und da eine Flamme Richtung einer dunklen, schwarzen Kugel entgegenzüngelt. Diese Art zu kommunizieren ist mir zu gefährlich. Die tut auch mir nicht gut. Ich kann das, was da im tiefen Dunkeln liegt nicht handeln. Ist es noch Freundschaft, wenn Angst dazukommt nicht mehr alles sagen zu können? Erst lesen, dann nachfühlen, dann Dampf ablassen, dann denken. Und wenn du dann magst, freue ich mich über eine Antwort. Dieser Text ist unvollständig – schon während des Verfassens riefst du an und ich habe mich sehr gefreut darüber. Ich wollte noch etwas über Geben und nehmen sagen, über fordern und die Folgen des Ungleichgewichts. Das hat sich dann geklärt. Danke für deinen Anruf. „Ich mag dich, auch wenn du schwierig bist“ sagtest du. So gut mir die erste Hälfte des Satzes tut – danke!, denn ich glaub das hast du mir noch nie gesagt so explizit, so sehr kann ich das und die zweite Hälfte zurückgeben. *g Beruhigt bin ich, daß ich nicht die einzige bin, die das so sieht und eben nicht die einzige mit diesen Konfliktschnittmengen mit deiner Person. Sonst würde ich das „Du bist schwierig“ wirklich schon wieder auf mich beziehen. *schmunzel Ich habe bisher noch nie mit einer Ich-Aussage – „Ich finde es schade, daß ...“ – aus der der Konflikt entstand in derem Verlauf ich recht unrühmlich das Telefon aufgeknallt habe – eine solche Zündung entfacht. Du warfest mir mal vor, ich würde alles zu persönlich nehmen. Das ist lange her und inzwischen bin ich durch die Schule des Konstruktivismus gegangen. Das Persönlichnehmen ist natürlich wesentlich schneller der Fall, wenn einem Sätze, die mit „Du bist – du hast – du sollst – oder gar: du solltest“ begegnen. Wie sonst soll ein Ich die sonst annehmen? Ich schätze dein sprachliches Feuerwerk, daß sich sehr oft um dich dreht und an dir als sprachlich versierter Mensch fällt mir auf, wie oft du in diesen entzündenden Du-Sätzen redest. posted by Catherine | 2/02/2003 06:34:00 AM
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