Ideenjonglieren im Alltag
"Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky)


Mittwoch, März 05, 2003  

Ein Zettel
Ich habe gestern einen Zettel gefunden, einen sehr alten Zettel, auf dem stehen Sachen in meiner Handschrift:
"Entscheidend ist nicht, was du bist, sondern was du darstellst. Ich glaube, daß sich Schauspieler wenigstens bewußt sind, daß sie darstellen - Designer lernen das so direkt nicht." (heutiger Kommentar: dem ersteren Teil MÖCHTE ich einfach nicht mehr zustimmen, komisch jemals so etwas geglaubt zu haben) darunter: "25x25x10 beige" und eine Zeile tiefer: "Nudeln silbernes Pfeffer+Salz" (heutiger Kommentar: weiß der Himmel was das soll ... wirklich seltsam, kann mir keinen Reim darauf machen) auf der Rückseite: "10-25" (können damit Arbeitsproben gemeint sein?) darunter in gleicher Schrift: 27.04. Kai - (heutiger Kommentar: zuerst dachte ich es sei der Kai mit dem ich letztes Jahr gefastet hatte, den ich danach nur noch zweimal traf, jetzt fällt mir ein, es könnte ein Geburtstag sein eines Menschen, der noch länger zurückliegt und dann könnten auch die "Nudeln" einen Sinn machen, das könnte die nie vollendete Mailingaktion gewesen sein, wo wir in einer silbernen Kiste Buchstabennudeln versenden wollten - ach ja! wobei mich die Maße immer noch sehr irritieren) und am schönsten find ich aber den auf der unteren Hälfte der Rückseite hingekritzelten Satz: "und wenn es diese Wohnung dann nicht mehr gibt, ist es wie Krümel auf dem zusammengerollten Teppich und nur du weißt, daß es dein Lieblingskuchen war" (Kommentar: sollte der Zettel sich auf eine Zeit der Mailingaktion beziehen - das wäre dreieinhalb Jahre her! - dann betraf der Satz Mikes ganz alte Wohnung, sollte er aber doch ein Jahr jünger sein, so betrifft er meinen Umzug aus der WG damals - wirklich sehr merkwürdig, so ein alter Zettel ... )

Theorie zur Homöopathie zur Krankheit Liebe
Gleiches mit gleichem heilen. Betrachten wir die Liebe als eine Infektion *lach ("fast kommt es mir wie eine Krankheit vor" - klingt mir dieses Lied aus den 80ern im Ohr) - so ist sie - wenn sich nur einer angesteckt hat und beide Immunsysteme nicht (mehr) zueinander passen - sehr unangenehm für den, der infiziert ist. Bei mir hab ich die Erfahrung gemacht, daß sich diese Krankheit Liebe dann am ehesten auflösen lässt, indem ich ihr eine Ähnlichkeit entgegensetze. Wie das genau aussieht ist denk ich individuell verschieden. Manche stürzen sich sofort in die nächste Beziehung - manche haben noch so Post-Beziehungsphasen inklusive Kuscheln oder sogar mehr mit dem Expartner. Mir hat es immer am besten geholfen mich mit der Wahrheit zu konfrontieren: der Expartner ist noch DA, am Leben, ihm geht es womöglich sogar richtig gut - und nicht mit allen Mitteln eine Begegnung zu vermeiden. Wie das genau aussieht, wie nah es gehen darf muß man probieren. Ja, was wäre denn so schlimm daran, wenn man IHM/IHR begegnet? Es schmerzt noch womöglich. Um.wieder auf die Medizin zurückzugreifen: Schmerz ist ein gesundes Signal, das da sagt: da ist etwas nicht in Ordnung, wenn man nicht darauf hört, dann wird der Schmerz noch größer. Den Schmerz zu bekämpfen macht wenig Sinn, die wirklichen Ursachen muß man anschauen und hinterfragen (ich schreibe jetzt bewußt nicht: beseitigen!). Mir wurde zum Beispiel im Krankenhaus verboten wegen Blinddarm Schmerzmittel zu nehmen, denn wenn ein Blinddarm sich richtig entzündet und man dann seine Transmitter via Schmerzmittel außer Gefecht gesetzt hat, dann kann das lebensgefährlich werden. Wenn es also noch schmerzt, wenn man sich begegnet, dann ist eine Frage: was heißt das für mich? Daß man NERVÖS ist ist denk ich normal, daß man Lampenfieber hat ist ja auch vor jedem Gang auf die Bühne normal. Mit jeder Erfahrung/Begegnung kann man erleben wie sich so ein Gefühl reguliert. Es ist glaub ich für fast alle Menschen die mal geliebt haben ein komisches Gefühl jemandem zum ersten Mal nach längerem Nichtkontakt zu begegnen, den man mal geliebt hat. Mit der Zeit beginnt aber der homöopathische Grundsatz zu wirken. Und ein heilsamer Prozess ist auch dabei meist unvermeidlich: Die sogenannte Erstverschlimmerung, daß eben das Symptom nocheinmal kurz aufflammt bevor es verschwindet. Und eben aufflammen tut es nur, wenn man das passende Mittel gewählt hat!

posted by Catherine | 3/05/2003 11:21:00 AM
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