| Ideenjonglieren im Alltag "Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky) |
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Samstag, Juni 28, 2003 Uebriggeblieben das ist das vorherrschende Gefühl der letzten zwei Wochen. Kein Job, kein Geld, keine Anerkennung, im Gegenteil, gerade jetzt sagt mir auch noch mein Mitbewohner, ich sei nicht normal, kein Angebot wird ein Auftrag - und ich habe die letzte Woche wirklich mein allerallerbestes gegeben. Wenn das nun auch nicht reicht, dann weiss ich wirklich nicht mehr weiter. Keine Perspektive, keine Umarmung, keine troestenden Worte, keine Anrufe. Nichts zu erzaehlen - wieso sollte man mich auch anrufen? Sogar meine Theatergruppe ist gestorben, kein ausreichendes Interesse. dabei hatte ich soooo gute Ideen mitgebracht beim letzten Mal. Und auch mit dem Geld gerechnet. Statt dessen werde ich auch dort als zweite Wahl angesehen. Betty erzaehlt von einer anderen, die ab Oktober das Schauspieltraining leiten wird, so nebenbei. Jetzt bin ich es, die endgültig sagt: nie wieder dort mitmischen. Wenn ich so abserviert werde! Es wird immer schwerer Menschen zu finden, die einen eine laengere Durststrecke begleiten. Es ist nicht angenehm wenn man immer nur Probleme hoert - ich bin es ja selber leid! Ich traue mich schon nicht mehr alte Freunde anzurufen, ich will doch die Gelegenheit nutzen um etwas TOLLES NEUES SCHOENES zu erzaehlen. Und wenn ich dann "Bekannte" anrufe, um mal wieder was zusammen zu machen, dann hoere ich in den letzten Wochen nur "Ach weisst du, irgendwann kennt man dann einfach genug Leute - und du musst dich nicht wundern, wenn ich dann nichts von mir hoeren lasse" oder "Hey, wir hoeren voneinander - auch wenns nur einmal im Jahr ist - ich moecht in jeeeeeeeeeeeeeeeeeeeedem Fall in Kontakt bleiben!" (ach neeeee, danke, DARAUF kann ich gerne verzichten!) Sowieso frage ich mich wieso es mir eigentlich nie passiert, dass ich mal mit einem Exfreund wieder zusammenkomme wie das in meinem Bekanntenkreis gang und gaebe ist? Jetzt gerade erzaehlte es mir M. - wie machen die das denn? Auch Mark hat mir letzte Woche - und das auch nur auf nachfragen - von einem Hinundher erz?aehlt. Ich verstehe es einfach nicht, warum es Maennern so schwer faellt, einer weiblichen Bekannten zu erzaehlen, sie seien neu verliebt, wenn man sich über Internet oder Anzeige kennengelernt hat? Ist da implizit doch eine gespürte Verpflichtung über die Moeglichkeit dass diejenige gegenüber doch mehr erhofft haben koennte und das ganze dann doch arg arg peinlich ist mitzuteilen??? Ich verstehs einfach nicht. Oder gerate ich einfach nur bis jetzt an die verkrampften, im Idealfall schüchternen? Der, den ich mir wünsche, GIBT es doch, zumindest zeitweise war ich doch schon mit Maennern glücklich, die eben offen und gebildet und interessiert und phantasievoll und locker und kommunikativ und kulturinteressiert und authentisch sind, mit Glück und Unglück umzugehen wissen und im Idealfall meinen Musikgeschmack teilen! Ich wollte es nicht wahrhaben, aber jenseits der 30 wird die Luft in der Tat dünner. Ich kapiere langsam, aber jetzt habe ich es auch kapiert: das Internet ist entgegen aller gegenteiligen Beteuerungen DOCH ein Castingmedium - dabei bin ich schon sehr sehr kritisch welche Menschen ich da überhaupt live treffen will. Ich bin nunmal kein Modell und keine Messemaus - wie sie letzte Woche jemand haben wollte als Marketingassi und er mir sagte, ich sei nicht der Typ den er sich für die Stelle vorgestellt hat, sondern ein Maedchen, was nicht in einem Cafe alleine sitzen koennte ohne angesprochen zu werden - da fiel mir ja glatt die Kinnlade herunter! - dabei fiel mir spaeter tatsaechlich auf, dass ich nicht mehr weiss, wann ich das letzte Mal angesprochen wurde und dass das so vor drei vier Jahren durchaus ab und zu mal vorkam. Also: auch noch alt geworden, scheisse aussehend, der Selbstbraeuner hinterlaesst Streifen, auch egal, oder ist das da etwa Cellulitis? Unnormal bin ich ja auch noch - liebe Leute, mein Pensum für heute ist überschritten! Soll ich weitermachen? In Anbetracht der Tatsache, dass mich ja eh keiner in den Arm nimmt und mir sagt wie schoen und klug und wasweissichnochalles ich bin, wenn ich unglücklich bin hoer ich jetzt damit auf und schau mal, dass ich heut abend wenigstens was schoenes mach wo ich gestern unfreiwillig zuhause war. Ich würd sooooo gerne mal wieder auf eine Party eingeladen werden! Eine richtige, schoene Sommerparty wo ich nur zwei drei Leute kenn und mich nicht verbiegen muss. posted by Catherine | 6/28/2003 10:18:00 AM
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