| Ideenjonglieren im Alltag "Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky) |
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Samstag, Oktober 25, 2003 Also, werter Traumvorfuehrer, ich wusste ja schon, dass Sie einen kleinen Komiker zuweilen beschaeftigen und auch durchaus gerne bei Cocteau kopieren. Doch bitte bitte sieh zu, dass Mr. Freud wieder aus dem Urlaub zurueckkommt, denn was ich DAMIT anfangen sollte wird mir wohl immer schleierhaft bleiben: In einem mir aus meiner Kindheit bekannten muffig riechenden Kaufhaus, wo es alles auf kleinstem Raum gab - vom geroesteten Kaffee unten ueber Schuhe im Zwischengeschoss bis hin zu Zeitschriften, fuer die ich noch nicht gross genug war - also Bravo etc. - neben Regenschirmen und gezackten Ansichtskarten der Basilika dieser Kreisstadt dessen Autokennzeichen jeder im Osten vermutete - stehe ich im Erdgeschoss vor der 50er Jahre Treppe mit den abblaetternden Anti-rutsch-Gummi-Streifen an jeder Stufe mit Blick auf die Veranda des zweiten und dritten Stockes. Des zweiten wo es die alte Damenkorsetts und Stuetzstrumpfhosen gibt auf Modells ohne Kopf aufgezogen und des dritten wo jene Damen, die sicherlich unter den Paisleyblusen mit integrierter Schleppe, vor der enormen Brust gebunden, eben jene Produkte tragen und ihren Kakao mit Bergen von Spruehsahne loeffeln, dabei nach Koelnisch Wasser duften und sich ueber ihre neuesten Wehwehchen austauschen und ueber die Bepflanzung der Graeber ihrer Verstorbenen. In eben jenem Ambiente, wo fast verdoerrte Schlingpflanzen duenn und lieblos ungepflegt von der Ballustrade haengen, die in Plastiktoepfen vor den gold-schwarzen Gelaenderstaeben stehen, auf jenem schmalen ungeschuetzten Streifen Ballustrade, also hinter dem Gelaender beginne ich mit mehreren anderen mir unbekannten Mädels, alle so Mitte 20 wie ich ein unglaublich lustiges Schneckenrennen. Ich selbst klettere "meiner" Schnecke gerade nach: es ist eine kleinere aeusserst lebendige Ausgabe von Finchen (die aus der Sesamstrasse), allerdings aus Silikon, in sonnengelb mit gruenen Streifen und einem perlmuttfarbenen Haus. Samtig aussehender Silikon, sie kann sprechen und ist unglaublich gut gelaunt und sehr lebendig, keinesfalls eine Puppe. Und wie das in Traeumen so ueblich ist ist das aeussert normal, dass wir dann auch unser Rennen quer durch die Damenunterwaescheabteilung fortsetzen und uns niemand aufhaelt. Fragt mich bitte jetzt nicht wie ich auf Finchen komme! posted by Catherine | 10/25/2003 07:11:00 AM
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