| Ideenjonglieren im Alltag "Erwarte nichts - heute: Das ist dein Leben!" (Tucholsky) |
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Freitag, Oktober 03, 2003 "Mein Briefkasten" Halt die Klappe sagte ich zu meinem Briefkasten, dessen Klappe sich mir entgegenwirft, seinen Inhalt entbloessend. Ein blauer Brief, Anwaltsbrief faellt mir in die Haende. Ist man erwachsen wenn man Briefe von Anwaelten und Einschreiben mit Rückscheinen bekommt? Ein Mahnbescheid, der erste meines Lebens, der mich mahnt doch endlich noch offen stehende Rechungen zu zahlen; Kosten die ich mit Mike teilen muesste. Muesste. Sollte. Hat MEIN Mahnbescheid an ihn jegliche Freundschaftsmoeglichkeit zerstoert? War es DAS oder was anderes? Es ist muessig darüber nachzudenken. Ich habe die Folgen zu tragen. Er ist Meister im Ignorieren. Es erscheint mir manchmal noch immer als ob er mich heimlich beobachten würde wie eine Sphinx. Stoisch und abwartend mit leeren Augen, die da sind, aber nichts wahrnehmen. Eine Nichtpraesenz die unangenehmer ist als ein Small-Talk zu dem er nicht in der Lage war. Ich reisse den Brief auf. Der für mich fast untragbare Betrag spuckt mich mit Mikes Nichtachtung an. Die Bilder von Inas Geburtstag sind wieder praesent. Wie er mir nicht in die Augen sehen konnte als ich mit seiner neuen Freundin sprach, sehr nett und belanglos, einfach ein freundliches Kennenlernen. Wie er sich dann rittlings auf die Bank setzte und sie mitten in unserer Unterhaltung an sich zog, vereinnahmte an der Hand zog, nicht nahm, zog, sie um seine Schulter drapierte und wie er sie demonstrativ vereinnahmend kuesste. Ihr kurzer entschuldigender Blick zu mir, dann folgte sie seinem Kosen und Kuessen, unsere Unterhaltung unterbrechend. Diese Unterhaltung die mir gleich klar gemacht hatte, dass er unsere gemeinsame Zeit mit keinem Wort erwaehnt hat. Dass weder unsere Arbeit noch unsere Beziehung existent war, wichtig war, vorhanden war. Und das mir, die Spuren hinterlassen moechte. Spuren, die nicht nur aus Traenen bestehen; Spuren die nicht nur aus Restschulden bestehen. Ich stehe vor dem Briefkasten, die geoeffnete Mahnung in der Hand und weine. Die Beobachtung dass zeitversetztes Schreiben die Stimmungen in denen Eintraege entstehen auch verblassen laesst (siehe oben) posted by Catherine | 10/03/2003 04:24:00 PM
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